
Als Thermoholz (englisch: Thermally Modified Timber; TMT) wird wärmebehandeltes bzw. thermisch modifiziertes Holz bezeichnet. Die Eigenschaft zur Steigerung der Haltbarkeit bei unterschiedlichen Holzarten wird durch gezieltes Erhitzen erreicht.
Bei der thermischen Behandlung wird das Holz mit heißem Wasserdampf, unter Zusatz von Ölen, auf bis zu 250 Grad erhitzt. Dabei verändert sich der Zellaufbau, was unterschiedliche Effekte, wie reduzierte Wasseraufnahme und um bis zu 70 % verringertes Quell- und Schwindverhalten, hat. Des Weiteren werden Spannungen im Holz abgebaut und es wird dadurch dimensionsstabiler. Außerdem wird das Holz resistenter gegen Pilz- und Insektenbefall und der Abriebwiederstand verbessert sich. Bei der Behandlung verliert das Holz aber auch an Festigkeit. Dies hat zur Folge, dass bei Thermoholz ein geringerer Unterkonstruktionsabstand benötigt wird. Dadurch lässt sich die Abnahme der Biegefestigkeit und die Verringerung der Tragefähigkeit ausgleichen. Grundsätzlich sollten die Dielen vor der Verschraubung vorgebohrt werden.
Aspe, Esche, Kiefer und Eiche eignen sich als Thermoholz. Durch die Behandlung bekommen sie einen dunklen, meist glänzenden Farbton und einen rauchigen Geruch. Dieser verfliegt aber nach einiger Zeit. Eine UV-Beständigkeit erhält das Holz bei der Behandlung allerdings nicht.
Thermoholz befinden sich auf dem gleichen Niveau wie Harthölzer oder Dielen aus Verbundwerkstoffen wie WPC. Für Käufer ist meist entscheidend, dass Thermohölzer heimische Hölzer sind und für viele kommt als weiteres Argument hinzu das es sich im Gegensatz zu WPC um Echtholz handelt.
Thermoaspe
Die Holzart Aspe wird auch als Espe oder Zitterappel (Populus tremula) bezeichnet. Sie gehört in die Familie der Weidengewächse und gehört zur Gattung der Pappeln. Außer in Europa ist sie noch in Westasien und Nordafrika verbreitet.
Das Aspenholz wird meist in günstigen Produkten, wie Zahnstochern, Streichhölzern oder Sperrholzplatten verwendet. Auch in der Papierherstellung wird Aspe verwendet. Das unbehandelte Holz wäre im Außenbereich nur sehr eingeschränkt nutzbar.
Durch die thermische Behandlung erreicht das Holz der Aspe die Dauerhaftigkeitsklasse 2 und wird somit auch für den Außenbereich attraktiv. Thermisch modifizierte Dielen aus Aspe sind vergleichsweise preiswert und dennoch witterungsbeständig. Durch das hohe Porenvolumen sind die dunkelroten bis hellbraunen Dielen sehr fußwarm und barfuß angenehm zu begehen. Das unempfindliche Holz erfreut sich auch in Saunen großer Beliebtheit.
Auf der Oberfläche bildet sich nach einiger Zeit eine silbergraue Patina, die ohne regelmäßige Nachbehandlung eintritt. Die UV-Strahlen bauen das Lignin in den obersten Holzzellen ab und lassen somit die Patina entstehen. Im Lignin ist die typische Holzfarbe gespeichert und wenn diese abgebaut wird, bleibt die graue bis silberne Zellulose zurück. Die Ergrauung des Holzes ist ein natürlicher Prozess infolge der Sonneneinstrahlung und hat keinerlei Auswirkungen auf die Haltbarkeit des Holzes.
Thermoeiche
Eichenholz gilt als Synonym für hohe Beständigkeit. Der Eichenkern (Quercus) besitzt eine hohe Verrottungsbeständigkeit und wird primär zu Furnieren verarbeitet. Weitere Anwendungen findet das Hartholz für Treppen, Türen, Fenster, Möbel sowie als Fußböden. Zudem bedient man sich im Fachwerk gerne am Holz der Eiche.
Eiche besitzt als Thermoholz nur eine eingeschränkte Verfügbarkeit, da nur wenige Thermoholz-Produzenten weltweit in der Lage sind, Eichenholz thermisch zu modifizieren.
Thermobehandelte Eiche besitzt eine braunrote Färbung mit einer feinstrukturierten Optik. Auch bei Eichenholzdielen bildet sich mit der Zeit eine silbergraue Patina. Durch regelmäßiges Ölen kann das Verfärben verhindert, und die rotbraune Färbung erhalten werden. Im Vergleich ist die thermobehandelte Eiche am teuersten.
Thermoesche
Aufgrund der Einstufung in die Dauerhaftigkeitsstufe 5 kommen die unterschiedlichen Arten der Eschen (Fraxinus), die in Europa und Nordamerika beheimatet sind, nicht für den Einsatz als Terrassendielen in Frage. Nach der thermischen Behandlung wird die Thermoesche der Dauerhaftigkeitsklasse 1 bis 2 zugeordnet.
Durch die Behandlung, welche das Holz weniger Feuchtigkeit aufnehmen lässt, reduziert sich das Quell- und Schwindverhalten um mehr als die Hälfte. Des Weiteren werden nahezu alle Harze vollständig ausgetrieben. Beim späteren Verlegen und befestigen der Dielen sollten Löcher für Schrauben und Nägel vorgebohrt werden.
Durch nicht regelmäßiges Ölen der Thermoesche geht die dunkelbraune Färbung verloren. Wie bei anderen Thermohölzern bildet sich durch die Sonneneinstrahlung eine silbergraue Patina. Die thermobehandelte Esche ist eine der teuersten unter den Thermohölzern im Terrassensegment.
Thermokiefer
Bei den Terrassendielen aus Thermokiefer kommt, wie bei der kesseldruckimprägnierten Variante, primär das Holz der Waldkiefer (Pinus sylvestris) zum Einsatz. Der Harzgehalt ist, im Gegensatz zu unbehandeltem oder kesseldruckimprägniertem Kiefernholz, sehr stark reduziert, weshalb das Lackieren der Oberfläche ohne Probleme möglich. Das Bearbeiten wie Schrauben, Sägen, Bohren oder Fräsen sollte auch keine Probleme bereiten. Bei Schraubverbindungen sind Vorbohrungen zu empfehlen.
Thermokiefer-Terrassendielen sind zu anderen thermobehandelten Hölzern leichter und dimensionsstabiler. Ebenfalls reduziert sind auch die Wärmeleitfähigkeit und die Ausgleichsfeuchte. Durch die Behandlung verliert das Kiefernholz etwa ein Drittel seiner Festigkeit.
Die Dielen bekommen durch die Behandlung eine dunkelbraune Färbung mit glänzender Oberfläche. Wie alle anderen bekommen die Dielen auch eine silbergraue Patina, sofern sie nicht regelmäßig nachbehandelt werden. Die typisch für Kieferholz ausgeprägte Struktur bleibt auch nach der Behandlung bestehen. Die Thermokiefer-Dielen sind im mittleren Preissegment angesiedelt.