Produkte aus naturfaserverstärktem Kunststoff erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie bestehen aus bestimmten Kunststoffanteilen und nachwachsenden Rohstoffen. Die wachsende Beliebtheit ist aufgrund der besseren Qualität, vielfältigeren Designs und fallenden Preise angestiegen, welche durch bessere und effizienter Herstellungsverfahren generiert werden. Anwendung finden die Verbundstoffe in unterschiedlichsten Gebieten. Die bekannteste Gruppe sind die Wood Plastic Composites (WPC), welche Produkte wie Sockelleisten, Gartenmöbel und vor allem Terrassendielen einschließt.
Woraus besteht WPC?
Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe bestehen zu unterschiedlichen Teilen aus Kunststoff und Holz. Dabei variiert, je nach Hersteller, der Holzanteil zwischen 50 und 90 Prozent, welcher aus Holzmehl oder Holzfasern besteht. Die meisten Dielen werden mit einem Holzanteil von 60 Prozent produziert. Wohingegen Megawood ihre in Deutschland produzierten Dielen mit einem Holzanteil von 75% anbietet. Als Kunststoff wird Polypropylen (PP) aber auch vereinzelt Polyethylen (PE) verwendet. Der eingesetzte Holzanteil ist jedoch kein Garant für gute Qualität.
Neben WPC gibt es noch BPC was für Bamboo Plastic Composites steht. Bei dieser Art wird anstelle von Holz- Bambusfasern oder Bambusmehl verwendet. Die Eigenschaften beider Produkte sind nahezu identisch auch die Mischverhältnisse von Kunststoff und nachwachsendem Rohstoff lassen sich vergleichen.
Unterschiede zu Terrassendielen aus Holz
Die Konkurrenz zu WPC im Bereich der Terrassendielen, findet sich hauptsächlich in Dielen aus Nadel-, Hart und Thermohölzern. Dielen aus WPC vereinen verschieden Vorzüge von Holz und Kunststoff. Deshalb werden sie auch als Allroundtalent bezeichnet. Gegenüber Holzdielen besitzen WPC-Produkte eine vergleichbar hohe Lebenserwartung und bieten darüber hinaus den Vorteil, dass sie nicht geölt oder lackiert werden müssen. Anders als bei Holzdielen bedarf es zur Erhaltung der Lebensdauer keinerlei weiteren Nachbehandlung.
Gerade im Blick auf die Feuchtigkeitsresistenz spielt WPC im Gegensatz zu Holz seine Vorteile aus. Verformungen die auftretender Feuchtigkeit geschuldet sind, müssen Sie nicht befürchten. Durch ihren hohen Härtegrad dehnen sich WPC-Dielen temperaturbedingt nur geringfügig aus. Um Splitter oder Risse brauchen Sie sich auch keine Sorgen zu machen.
Durch verschiedenste Oberflächenbehandlungen werden WPC-Dielen in vielfältigen Ausführungen angeboten. Bürst-Verfahren rauen die Oberfläche an um ein noch authentischeres, holzähnliches Bild zu erschaffen. Die meisten Produkte sind farblich mit Echtholzdielen vergleichbar.
Farbveränderungen in den ersten Monaten und Jahren
Bei all den positiven Eigenschaften von WPC-Dielen, müssen Sie auch bei diesem Werkstoff kleinere Widrigkeiten in Kauf nehmen.
WPC ist im Gegensatz zu Schnittholz weniger Bruchfest, was die Hersteller mit speziellen Profilen und höheren Materialstärken ausgleichen. Gerade in den ersten Monaten nach der Verlegung verändert sich die Farbgebung der Dielen schnell. Diese Verfärbung wird als natürliche Farbreife bezeichnet. Die Intensität hängt von der Qualität und der gewählten Farbe ab. Es gilt der Grundsatz: Je greller und intensiver die Farbe, desto ausgeprägter die Veränderung. Hierfür sind Witterungsbedingungen im Außenbereich verantwortlich. Die Holz-Inhaltsstoffe werden von Feuchtigkeit und UV-Strahlung ausgewaschen. Nach der Farbauswaschung bleibt die Farbveränderung aber stabil. Bei teilüberdachten Terrassen findet die Veränderung unterschiedlich stark und schnell statt.
Einsatzort und Lebenserwartung
Neben den Anschaffungskosten sollten auch die Unterhaltskosten berücksichtig werden. WPC-Dielen müssen im Verlauf der Jahre nicht nachbehandelt werden und haben zugleich eine sehr lange Lebensdauer von bis zu 30 Jahren. Einzig Harthölzer haben eine noch höhere Lebenserwartung.
Die Langlebigkeit hängt unter anderem von dem Profil der Diele, der Stärke, dem verwendeten Material und dem verarbeiteten Holzanteil ab. Günstigere Dielen haben eine Lebenszeit von etwa 15 Jahren. Wägen Sie als ab, ob sich ein höherer Anschaffungpreis mit Blick auf den späteren Verwendungszweck rentiert, oder ob Sie lieber eine günstige Variante wählen.
Bei korrekter Verlegung haben Sie keinen Pilz- oder Insektenbefall zu befürchten. Generell sind WPC-Dielen nicht für die Verlegung in feuchter Umgebung, etwa um einen Pool herum geeignet. Für solche Anforderungen werden spezielle Dielen angeboten.